DPS600PB Servernetzteil Umbau, oder: Darfs a bissl mehr sei?

Es gibt manchmal Situationen, in denen man etwas mehr Power benötigt, z.B. wenn man mehrere oder dicke Akkus mit einem vernünftigen Ladestrom laden oder eventuell eine Endstufe mit ordentlich Leistung bestromen will. Auf der Suche nach dem ultimativen Netzteil bin ich hier im Netz auf diverse Servernetzteil-Umbauten gestoßen. Angesichts des guten "Preis-/Leistungs-Verhältnisses" habe ich mir ein DPS600PB Netzteil geholt, welche bei ebay zwischen 15 und 20 Euro zu bekommen sind.

Achtung! Dieser Umbau erfolgt auf eigene Gefahr, vor dem öffnen des Netzteils immer den Netzstecker ziehen! Auch im ausgeschalteten Zustand können an den Elkos im Netzteil hohe Gleichspannungen anliegen, hier besteht die Gefahr eines tödlichen elektrischen Schlags! Der Umbau sollte nur von Personen erfolgen, die wissen, was sie tun!

Das Netzteil vor dem Umbau, das Typenschild hört sich schon mal vielversprechend an, 12V / 47A, damit kann man was anfangen...

Das Netzteil von vorne mit dem Hot-Swap-Connector. Wenn man das Netzteil einschalten möchte, ohne das Gehäuse zu öffnen, reicht es, wenn man die rot markierten Anschlüsse miteinander verbindet, bei den Anschlussen handelt es sich um Pin6 (PSkill), Pin8 (GND) und Pin10 (PSon). Verbindet man noch Pin4 (FanControl) mit den anderen Pins, läuft der Lüfter mit verminderter Drehzahl, was sich sehr positiv auf die Geräuschentwicklung des Netzteils auswirkt. Die Kühlung ist auch mit verminderter Lüfterdrehzahl ausreichend.

Das Netzteil mit geöffneten Deckel. Unter dem Blechdeckel befindet sich eine schwarze Kunststoff-Isolation.

Etwas schwieriger zu entfernen ist das Gehäuseteil, welches den Lüfter trägt. In meinem Fall war das Blechteil mit der schwarzen Isolierung verklebt. Hier muss zuerst die Verklebung gelöst werden. Anschließend kann das Blechteil, welches durch kleine Haken im restlichen Gehäuse eingehängt ist, nach vorne gezogen werden.

Der Hot-Swap-Connector: Zum Ausbau muss man zwei Schrauben und eine Mutter auf der Platine entfernen. Die beiden Hochstromanschlüsse für 12V und Gnd sind ebenfalls geschraubt. Das blaue und lila Kabel werden nicht benötigt, einfach abzwicken und mit etwas Schrumpfschlauch isolieren. Das Flachbandkabel wird ebenfalls von der Platine gelöst.

Oberes Bild: Der Flachbandkabelstecker von unten (Platinenseite) gesehen. Die roten Pin´s müssen miteinander verbunden und auf Masse gelegt werden. Hier ist auch wieder der Pin4 für den Lüfter-Mod verbunden (in diesem Fall in der unteren Reihe der mittlere der drei rot markierten Pin´s).

Untere Bilder: Weil am Flachbandkabel keine Masse dabei ist, habe ich diese einfach vom Gnd-Anschluß der Hochstromverbindung abgezweigt. Leider ist der Stecker im 2,00 mm Rastermaß, weshalb ich einzelne Steckerleisten-Pins in den Stecker gesteckt und miteinander verlötet habe. Das ganze wird anschließend noch mit etwas Schrumpfschlauch isoliert.

Die Hochstromverbindung habe ich mit Ringkabelschuhen realisiert.

Anstelle des Hot-Swap-Connectors kommt eine kleine Blende aus dem 3D-Drucker, welche zwei 4 mm Bananenbuchsen aufnehmen soll.

Die beiden Buchsen fertig verschraubt mit den Stromanschlüssen.

So sieht das ganze dann wieder im zusammengebauten Zustand aus, fertig für den Hochstromeinsatz!